Am vergangenen Wochenende fand wie alljährlich in Stuttgart der Markt des guten Geschmacks statt. Die Slow Food-Messe ist das jährliche Familientreffen aller Akteure, die sich an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit und Genuß tummeln. Im Rahmen der Messe finden Podiumsdiskussionen statt – eine davon zum Thema „Fluch oder Segen? Lebensmittelhandel im digitalen Umbruch“.

Teilnehmer des 45-minütigen Panels

(von links nach rechts, in der Mitte Moderator Fritz Feger)

Fragestellungen

regional
  • Schlucken die Riesen im Lebensmittelhandel die Trends aus der kleinstrukturierten Welt der Nachhaltigkeitsbewegung und Manufakturen? ‚Klauen‘ sie die Konzepte und vereinnahmen die Top-Produkte, bis die Originale keine Luft mehr bekommen?
  • Konkret: Ist REWE für die „Kleinen“ ein guter Kooperationspartner, oder kannibalisiert dies andere, „bessere“ Vertriebswege wie Direktvermarktung, Wochenmarkt, Marktschwärmer etc.?
  • Betreib REWE „regional-washing“?
  • Sind umgekehrt Marktschwärmer, Wochenmarkt, Hofladen, Manufakturen und Craft-Produkte vor allem Lifestyle? Sind sie vor allem etwas für die Einkommens-Elite?
  • Sollte Slow Food e.V. mit REWE kooperieren, oder ist REWE der „Klassenfeind“? Sind nicht die Strukturen der Handelskonzerne (hoch arbeitsteilig, „entfremdete“ Arbeit der Mitarbeiter, Wertschöpfung für Investoren bei gleichzeitiger Grenzpreis-Politik gegenüber Mitarbeitern und Lieferanten) genau das, was die industrielle Fertigung mit HiTech, BioTech, Zusatzstoffen etc. auf Produktebene ist?
digital
  • Kann man als Marktschwärmer oder frimeo den Wettlauf mit den Großen überhaupt schaffen – technologisch und wegen der viel geringeren Mengen wegen fehlender Kostendegression?
  • Was wird das „Facebook“ des digitalen Lebensmittelhandels? Die Plattform, auf der dann „The Winner Takes It All“-mäßig ALLE sind, und der Rest ist marginal?
  • Sind REWE, Edeka & Co. fit für ganz neue Konkurrenz durch Digitale Profis wie Amazon und Google? Ist REWE ein Dinosaurier?