In memo­ri­am der Gast­pro­fes­sur Fritz Fegers in Nürtin­gen von ein paar Jahren hat er diese Woche zwei Tage lang Land­wirte im Con­trol­ling unter­richtet. Das Evan­ge­lis­che Bauern­werk Baden-Würt­tem­berg in Hohe­buch ver­anstal­tet regelmäßig Sem­i­nare und Tagun­gen. Die rund 20 Teil­nehmer waren aus­ge­sprochen engagiert — anders als die Stu­den­ten reisen sie eigens an, zahlen Teil­nah­mege­bühr und sind deswe­gen wild entschlossen, sich zu amüsieren. Ich habe dort eine nette und sehr het­ero­gene Truppe ken­nen­gel­ernt, die sich mit viel Engage­ment an das The­ma gewagt hat.

Was nehmen wir für Erken­nt­nisse mit?

  • Kleine Betriebe sind in der Regel meilen­weit von einem effizien­ten Con­trol­ling ent­fer­nt, weil sie dazu nicht die Kapaz­itäten haben
  • Welche Con­trol­ling-Tools und welche Daten­er­fas­sun­gen sin­nvoll sind, hängt weniger vom Betrieb als mehr von der Moti­va­tion und den Fähigkeit­en des Betrieb­sleit­ers bzw. seines Per­son­als ab
  • Die Kalku­la­tio­nen im Con­trol­ling sind math­e­ma­tisch auf Grund­schul­niveau. Die betrieb­swirtschaftlichen Begrif­flichkeit­en sind schon kom­plex­er — aber die regelmäßige Erfas­sung von Qual­itäts-Dat­en ist mit Abstand die größte Her­aus­forderung am Con­trol­ling
  • Wenn man ein “ex post”-Controlling machen muß, hat man eigentlich schon ver­loren — das anzus­trebende Opti­mum beste­ht darin, daß der Moment der Date­nentste­hung zugle­ich der der Daten­er­fas­sung ist. Mit jed­er Minute danach sinkt die Wahrschein­lichkeit, daß eine Zahl noch am richti­gen Platz lan­det. Am besten, die Dat­en wer­den bei der Erzeu­gung gle­ich automa­tisch gespe­ichert und weit­er­ver­ar­beit­et, so daß Auswer­tun­gen immer in Echtzeit aktu­al­isiert wer­den und jed­erzeit abge­le­sen wer­den kön­nen.
  • Let­zteres geht mit Podio entschei­dend viel bess­er als mit ein­er Tabel­lenkalku­la­tion wie Microsoft Excel. Wenn ich das nicht sowieso schon wußte, nach dem Sem­i­nar ist es noch mal klar­er.
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